Katwijks Museum

Eine Ehrerweisung an Krijn Giezen (1939-2011)

Krijn Giezen wurde 1939 in Noordwijk aan Zee geboren. Zwischen 1956 und 1961 studierte er an der Königlichen Akademie für Bildende Kunst in Den Haag. Krijn Giezen war mit Leib und Seele Maler, ein Impressionist. Er bewunderte Monet, aber auch die Künstler, die um die vorige Jahrhundertwende in Katwijk gearbeitet hatten. Giezen malte Aquarelle und Ölgemälde (Abb.), fand jedoch das auf einen Keilrahmen aufgezogene Leinen auf Dauer zu statisch. Ein Mitschüler wies ihn auf den spanischen Künstler Antoni Tapiès (1923) hin. Die Werke dieses Künstlers inspirierten Krijn dazu, alte Lappen und gebrauchte Kleidungsstücke, vor allem Jeans, zu gebrauchen. Dies wurde eine Art Neuer Realismus. Sein Studium schloss er mit Wandbehängen ab (Abb.), für die er vom Pulchri Studio den Jacob Marisprijs in der Kategorie Malerei empfing.

Im Fischerdorf Katwijk, unter den Berufsfischern, fühlte er sich zu Hause. Die Fischerei faszinierte ihn. Mindestens einmal im Jahr fuhr er mit zur See. Als Krijn Ende der Sechziger Jahre in Katwijk ein Atelier bekam, pendelte er täglich mit dem Fahrrad zwischen Katwijk und Noordwijk hin und her. Das Atelier befand sich auf der oberen Etage einer alten Reederscheune, auf der Netze repariert wurden. Er mietete diese Etage vom Totengräber Van der Plas. In der Mittagszeit aß er Fisch in der nahgelegenen Räucherei Schaap von Jaap van Duijn. Van Duijn war besser bekannt als ‚de Krul‘ (die Locke) wegen der spiralförmigen Hobelspäne mit denen geräuchert wurde. In Katwijk gebrauchte Krijn auch Segeltuch, Seile, Pferdedecken und Leder als Material für seine Kunstwerke.

Dass Krijn in Katwijk beliebt war, sieht man an den vielen Aufträgen, die er von Katwijker Betrieben bekam. Er entwarf zum Beispiel für den Fischhandel Schuitemaker Einpackpapier, auf dem man gleich sehen konnte, wie man Hering saubermacht (Abb.) und das Betriebslogo, einen großen Hering aus Metall auf der Fassade des Gebäudes an der Rederijstraat. Schuitemaker und Giezen wurden Freunde. Für die Katwijker Reederei Parlevliet entwarf er jedes Jahr einen Kalender mit Fotos und seiner eigenen Handschrift als Typographie. Auch Arbeiten unter dem Thema Räuchern entstanden in Katwijk.

Die erste Serie war als ‚object trouvé‘ entstanden. Krijn fand überall verschiedene Räucheröfen, die er fotografierte. Diese Serie war 1976 auf einer Ausstellung im Gemeentemuseum Den Haag zu sehen, das die Serie schließlich erwarb. Später machte er selbst Räucheröfen aus Metall und einen Fischgrill in der Form eines Fisches, den man sowohl horizontal als vertikal benutzen konnte.

Krijn Giezen arbeitete gern mit Fachleuten zusammen. Er wollte bei seiner Arbeit alte Techniken einfließen lassen. Techniken wie das Knoten und Netzknüpfen resultierten unter anderem in einer Tasche aus geknüpftem Fischnetz. Die Taschen wurden von dem Katwijker Leen Vooys mit der Hand angefertigt. Damit die alten Techniken nicht verloren gingen und um zu zeigen, dass alles gar nicht so schwierig ist, erstellte Krijn Gebrauchsanweisungen, mit denen er sagen wollte: So geht das! Für den niederländischen Fischerbund entwarf er ein praktisches Geschenk – einen haltbaren Fisch aus Holz, an dem die Fischer ihre Stiefel abfegen können.
Krijn sagte einmal über sein Werk: Meine Arbeit ist nicht sensationell, sondern alltäglich, normal.


André Groeneveld

mit Dank an Martina Giezen für das Gespräch über den Künstler Krijn Giezen und sein Werk am 3. September 2011


Krijn Giezen: Wandbehängen


‹ terug
Krijn Giezen
Krijn Giezen: Räucheröfen